Gebt mir mein Geld zurück, @krautreporter!

Durch Felix Schwenzel kam ich überhaupt erst auf das Thema: Krautreporter wollen eine Paywall errichten. Das war nicht der Plan und auch nicht das Projekt, für das ich auch im zweiten Jahr gezahlt habe,

Mir wäre der Artikel gar nicht aufgefallen, weil ich in dieser Woche keine Zeit für Longreads hatte. Krautreporter schreiben:

am 15. Oktober beginnt das zweite Krautreporter-Jahr. Schon heute wollen wir euch auf eine wichtige Änderung aufmerksam machen: Nur Krautreporter-Mitglieder können in Zukunft unsere Beiträge lesen. Mitglieder können unsere Beiträge aber verschenken, indem sie diese für ihre Freunde und Follower freischalten.

Um es kurz zu machen – geschimpft hat Felix auch schon ausreichend für mich – will ich mein Geld für das zweite Jahr zurück.

Ich habe Krautreporter unterstützt, weil mir das Konzept des freien Contents gefallen hat. Journalismus im Netz funktioniert nur, wenn er frei verfügbar ist. Ich habe kein Interesse, mich bei 7.928.123 Paywalls einzuloggen, um Inhalte zu lesen. Daher habe ich Krautreporter unterstützt: Damit die Inhalte frei verfügbar sind.

Nachdem ich die Unterstützung für das zweite Jahr zugesagt habe, kommt jetzt eine Paywall. Mit dem “Verschenken” von Artikeln für eine bestimmte Zeit bin ich nicht einverstanden. EInmal, weil sie nur eine begrenzte Zeit gültig und damit nicht verlinkbar sind. Aus Datenschutzgründen auch, denn der Link ist auf mich zurückverfolgbar, was ich nicht will.

Das World Wide Web lebt von der Verlinkbarkeit der Inhalte. Inhalte, auf die ich mich nur beziehen kann, wenn meine Leser Abonnenten der Krautreporter, FAZ, RP-Online oder wem auch immer sind, sind im Netz irrelevant.

Bei den Krautreportern kam dazu, dass Longreads teuer sind. Sie kosten Recherchearbeit, die finanziert werden muss. Das fand ich bei Krautreportern toll: Ich zahle, damit im Hintergrund so gut recherchiert wird, wie die meisten Zeitungen es nicht mehr finanzieren wollen. Schade. Nun sind die Krautreporter just another online newspaper. Das Alleinstellungsmerkmal ist weg.

So long, and thanks for all the longreads.

Und das Abo ist hiermit beendet.

 

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7 Kommentare für "Gebt mir mein Geld zurück, @krautreporter!"

Dein Senf dazu?

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Chopps
Gast

als ob dieses krautreporter-zeug jmd geschenkt haben wollte … 🙁

Tobias Wimbauer
Gast

Ich fand das von Anfang an komisch, dass sie so getan haben, als ob sie das Modell “Journalismus” neu erfunden hätten …

ClaudiaBerlin (@HumanVoice)
Gast

Eine so grundlegende Änderung des Konzepts gibt vermutlich (! bin kein RA!) ein Recht zum Rücktritt vom Vertrag. Wegfall der Geschäftsgrundlage…

Mein Senf dazu:

Die Krautreporter machen dicht
http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2015/09/13/die-krautreporter-machen-dicht/

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[…] ← Gebt mir mein Geld zurück, @krautreporter! […]

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[…] Könnt ihr euch noch an diese “krautreporter” erinnern? Die haben jetzt endlich ein neues geschäftsmodell gefunden, sie bauen einfach eine bezahlmauer vor ihre webseit. […]

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[…] auch vielleicht nicht mehr bei den Krautreportern, zumindest argumentieren ix und Volker König recht passend. Macht ja nichts. Das verfügbare Crowdfunding-Budget kann dann ja zu Positive Daily […]