XING und mein Dialog mit Frau T.

Veröffentlicht von vk am

BusinessVZ XING ist so ein Dauerärgernis. Also einmal die Plattform an sich, aber auch einige Leute da. Besonders scheint bei Recruitern (m/w/d) dort die Schwafelkompetenz höher zu sein als die Lesekompetenz. Und zickig werden sie auch noch.

Ich bin ja nur noch auf XING, weil ich einige Leute kenne, die eben nicht bei Facebook & Co sind, die ich aber nicht völlig aus den Augen verlieren möchte. Alle Versuche, XING als Multiplikator für Blogpostings etc. zu nutzen sind beispielsweise fehlgeschlagen.

Und über die restlichen Gründe hab ich schon gebloggt.

Was besonders ärgerlich ist: Recruiter. Menschen, die mich bei meinem aktuellen Arbeitgeber abwerben wollen. Die Zeit der verlockenden Angebote ist da für mich längst vorbei, und selbst, als ich noch genügend Flexibilität besaß, um über die Angebote ernsthaft nachzudenken, war nichts dabei. Deshalb steht in meinem Profil im Bereich, den nur Recruiter sehen dürfen, dass ich nichts suche und keine Angebote haben will.

Verirrt sich doch mal ein Angebot in meine Mailbox bitte ich mehr oder weniger genervt, doch mal mein Profil anzuschauen und meist ist dann Ruhe.

Dann erreichte mich ein Stück Prosa unter dem Betreff:

Warum eigentlich nicht 😉

Solche Mails hatte ich zuletzt im SPAM-Ordner gesehen, wo meist behautet wurde, dass russische Frauen auf mich stünden und mich heiraten wollten. Und einen solchen Betreff hatten schon die etwas intelligenteren Mails.

Im Text ging es weiter:

Hallo Herr König,

mit Sicherheit bekommen Sie eine Menge Anfragen bzgl. neuer Vakanzen. Ich sehe mich weniger als eine Recruiterin, vielmehr als eine beratende Stütze mit Kompetenz, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit an der Seite meiner Kandidaten.

Daher würde ich mich freuen, wenn ich Sie in mein berufliches Netzwerk aufnehmen dürfte, und wir uns demnächst im Konkreten über eine tolle neue Herausforderungen in einem spannenden Unternehmen in Neuss unterhalten könnten.

Dort sind Sie verantwortlich für die Administration der MS-SQL Datenbanken und unterstützen das Software-und Anwender Team.

Kunden- und Mitarbeiter unterstützen Sie bei Problemlösungen. Außerdem warten noch weitere interessante Aufgaben auf Sie.

Sie erleben dort ein professionelles und internationales Arbeitsumfeld, können durch die flexible Arbeitszeitregelung Ihre Familie und den Beruf miteinander vereinbaren, genießen individuelle und auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Fortbildungen und selbstverständlich vielfältige Sozialleistungen neben einem überdurchschnittlichem Gehalt.

Ich hoffe, sie geben mir die Möglichkeit, Ihnen diese Vakanz noch näher bringen zu dürfen.

Selbstverständlich habe ich noch weitere Stellen in meinem Netzwerk vorzugsweise im Großraum Düsseldorf, wenn dies nicht das richtige ist. Aus diesem Grund sollten wir uns in jedem Fall miteinander austauschen.

Was denken Sie ?

Liebe Grüße

T.

Davon abgesehen, dass MS-SQL in meinem Profil nur am Rande erwähnt wird, ist dieses Stück Text schon ein Wunderwerk der Missverständlichkeit.

„Kunden- und Mitarbeiter unterstützen Sie bei Problemlösungen.“

Unterstützung durch die Kunden? Echt jetzt?

Auf derartige Anfragen antworte ich meistens mit einem „Haben Sie mein Profil eigentlich gelesen?“ Durch dieses Prosa und die – mit Verlaub – Übergriffigkeit im Betreff dachte ich kurz daran, ebenso episch zu reagieren, hatte aber weder Zeit noch Lust dazu.

So blieb es bei einem lapidaren

Hallo Frau T.,
warum schreiben Sie mir, wenn Sie mein Profil nicht gelesen haben?
Mit freundlichen Grüßen,
Volker König.

Ich schien Frau T. kurz aus dem Konzept gebracht zu haben:

Hallo Herr König,

ich kann Ihnen nicht ganz folgen. Wie kommen Sie darauf, dass ich es nicht getan habe ?

Liebe Grüße
T.

Ok, ich musste wohl erklären, was los ist:

Hallo Frau T.,Es steht ausdrücklich drin, dass ich keine Stelle suche, und der Text „Ich suche KEINE neue Stelle. Liebe Headhunter und Recruitment-Abteilungen: Klicken Sie bitte weiter hier gibt es nichts abzuwerben.“ unter „Ich Suche“ ist, glaube ich, ziemlich eindeutig.
Oder wie sollte ich ihn besser formulieren?
Gruß,
Volker König.

Wie reagiert man an der Stelle professionell?

Man kann sich entschuldigen.

Man kann einen Witz drüber machen, beide lachen, man geht weiter.

Man kann einfach gesenkten Hauptes weitergehen.

Was kann man nicht machen, wenn man Professionalität ausstrahlen will?

Zickig die beleidigte Leberwurst geben.

Ok, kann man doch:

In der Tat, habe ich genau diesen Text überlesen, da bei mir der Fokus auf Ihrem Werdegang lag. Ich bitte vielmals um Entschuldigung. Dennoch finde ich ebenfalls , dass Ihre Reaktion und die Zeit, die sie dafür opfern mir diesen Vortrag zuhalten absolut unangebracht ist, denn jeder macht nur seinen Job und ich wäre zumindest an Ihrer Stelle emphatisch genug dies zu verstehen.

Liebe Grüße
T.

Ich zitiere nochmal aus der Kontaktaufnahme:

Ich sehe mich weniger als eine Recruiterin, vielmehr als eine beratende Stütze mit Kompetenz, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit an der Seite meiner Kandidaten.

Tja.

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Kategorien: Allgemein

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